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Fototransduktion Netzhaut Überblick

Nov 11, 2025

Overview

Kurzüberblick über die Fototransduktion: Umwandlung von Lichtreizen in elektrische Signale in Stäbchen und Zapfen der Netzhaut.

Aufbau der Netzhaut und Photorezeptoren

  • Netzhaut besteht aus mehreren Schichten; letzte Schicht: Stäbchen und Zapfen.
  • Stäbchen: Außenglied, Innenglied, synaptische Endigung zu Bipolarzellen.
  • Rhodopsin in Discs des Außenglieds zentral für Signalumwandlung.
  • Weiterleitung über Bipolar- und Ganglienzellen zum Sehnerv und Gehirn.

Rhodopsin-Struktur und Aktivierung

  • Rhodopsin besteht aus Opsin (Protein) und Retinal (prosthetische Gruppe).
  • Prosthetische Gruppen: nicht-proteinogene, fest gebundene Molekülteile.
  • Lichtabsorption verursacht Konformationsänderung des Rhodopsins.
  • Isomerisierung: 11-cis-Retinal wird zu all-trans-Retinal.
  • Spannungsänderung der Opsin-Retinal-Bindung aktiviert Opsin funktionell.

Dunkelzustand vs. Lichtzustand der Stäbchen

  • Im Dunkeln hält cGMP Natriumkanäle offen; kontinuierlicher Na+-Einstrom.
  • Dunkelstrom führt zu Depolarisation auf ca. −35 mV (ungewöhnlich).
  • Bei Licht: cGMP-Abbau schließt Na+-Kanäle; Na+-Einstrom stoppt.
  • Membranpotential wird negativer; starke Hyperpolarisation bis ca. −55 mV.

Erregungskaskade der Fototransduktion

  • Aktiviertes Rhodopsin aktiviert Transduzin (G-Protein).
  • Transduzin aktiviert Phosphodiesterase (PDE).
  • PDE wandelt cGMP zu GMP um; cGMP-Spiegel sinkt.
  • Sinkendes cGMP schließt cGMP-gesteuerte Na+-Kanäle.

Neurotransmission und Signalweiterleitung

  • Membranpotential steuert Glutamatfreisetzung an Synapsen.
  • Dunkelheit: depolarisiert; konstante Glutamatfreisetzung.
  • Licht/Hyperpolarisation: Glutamat stark vermindert oder absent.
  • Glutamat wirkt hemmend auf Horizontal- und On-Bipolarzellen.
  • Fehlt Glutamat, bleiben erregende Na+-Kanäle postsynaptisch offen.
  • Ganglienzellen generieren Aktionspotentiale; Weiterleitung ans Gehirn.

Signalverstärkung

  • Ein Rhodopsin kann Hunderte Transduzin-Moleküle aktivieren.
  • Eine PDE hydrolysiert Hunderte cGMP-Moleküle pro Sekunde.
  • Ein Photon kann zahlreiche Na+-Kanäle schließen; hohe Sensitivität.

Stäbchen vs. Zapfen

  • Prozess in beiden Zelltypen vorhanden; gleiche Grundprinzipien.
  • Zapfen: schnellere Kaskade, aber geringere Verstärkung.
  • Stäbchen: langsamere Kaskade, stärkere Verstärkung und Sensitivität.

Prozessübersicht als Tabelle

ZustandcGMP-NiveauNa+-KanäleMembranpotentialGlutamatfreisetzungAuswirkung auf nachgeschaltete Zellen
DunkelheitHochOffenCa. −35 mV (depolarisiert)Hoch/konstantHemmung von Horizontal- und On-Bipolarzellen
LichtNiedrig (durch PDE-Abbau)GeschlossenBis ca. −55 mV (hyperpolarisiert)Niedrig/keineHemmung entfällt; Ganglienzellen feuern Aktionspotentiale

Key Terms & Definitions

  • Phototransduktion: Umwandlung von Licht in elektrische Erregung.
  • Rhodopsin: Sehfarbstoff aus Opsin und Retinal im Stäbchen.
  • Retinal: Lichtempfindliche prosthetische Gruppe; 11-cis → all-trans.
  • Transduzin: G-Protein, das PDE nach Rhodopsin-Aktivierung aktiviert.
  • Phosphodiesterase (PDE): Enzym, das cGMP zu GMP hydrolysiert.
  • cGMP: Öffnet cGMP-gesteuerte Na+-Kanäle im Dunkeln.
  • Dunkelstrom: Stetiger Na+-Einstrom im Dunkeln; führt zur Depolarisation.
  • Hyperpolarisation: Negativeres Membranpotential durch Na+-Kanalschluss.

Action Items / Next Steps

  • Begriffe und Reihenfolge der Kaskade lernen: Rhodopsin → Transduzin → PDE → cGMP↓ → Na+-Kanäle zu.
  • Spannungswerte und Zustände (Dunkel vs. Licht) einprägen.
  • Wirkung von Glutamat auf On-Bipolar- und Horizontalzellen wiederholen.