Ăśbersicht
In der heutigen Vorlesung werden verschiedene Lernvorstellungen behandelt, insbesondere der Behaviorismus, und deren Einfluss auf die Gestaltung von Lernumgebungen erläutert.
Verschiedene Vorstellungen von Lernen
- Lernvorstellungen bestimmen maĂźgeblich, wie Lernumgebungen und -medien gestaltet werden.
- Im Behaviorismus entstehen Programme mit programmierten Instruktionen zur ĂśberprĂĽfung von Wissen.
- Konstruktivistische Ansätze fördern kollaboratives Online-Lernen und gemeinsames Wissenskonstruktionsangebot.
Grundannahmen des Behaviorismus
- Verhalten wird nicht durch innere Vorgänge, sondern durch Konsequenzen (Verstärkung oder Bestrafung) gesteuert.
- Belohnung (Verstärkung) erhöht die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens eines Verhaltens.
- Bestrafung reduziert kurzzeitig das Verhalten, langfristig kann es wieder auftreten.
- Löschung erfolgt am effektivsten durch Ignorieren des unerwünschten Verhaltens.
Gestaltung behavioristischer Lernangebote
- Konsequenzen sollen unmittelbar nach dem Verhalten folgen.
- Häufige Lernaktivitäten erforderlich, da nur auf diese Konsequenzen folgen können.
- Interaktive Medien bieten direktes Feedback, z. B. Multiple-Choice-Aufgaben.
- Gratifikationsverzögerung: Belohnung kann auch am Ende längerer Lernprozesse erfolgen (z. B. Prüfung).
- Rate der Verstärkung kann im Lernprozess schrittweise reduziert werden (intermittierende Verstärkung).
Programmierte Instruktion nach Skinner
- Lehrstoff wird in kleine Einheiten zerlegt und schrittweise abgearbeitet.
- Lernende prĂĽfen ihre Antworten selbst und wiederholen Aufgaben bei Fehlern.
- Instruktion folgt einem Algorithmus: richtige Antwort → nächste Einheit; falsche Antwort → Wiederholung.
- Computerprogramme können Objektivität und sofortiges Feedback gewährleisten.
- Geeignet fĂĽr faktenorientiertes Wissen, kostengĂĽnstig, aber oft als monoton empfunden.
Fazit zur Gestaltung von Lernumgebungen
- Programme nach behavioristischen Prinzipien eignen sich besonders fĂĽr Faktenwissen.
- Sie ermöglichen schnellen Wissensaufbau, stoßen jedoch auf Akzeptanzprobleme wegen Monotonie.
SchlĂĽsselbegriffe & Definitionen
- Behaviorismus — Lerntheorie, die Verhalten durch äußere Reize und Konsequenzen erklärt.
- Verstärkung — Positive Konsequenz, die gewünschtes Verhalten häufiger auftreten lässt.
- Bestrafung — Negative Konsequenz, die Verhalten kurzfristig verringert.
- Löschung — Ignorieren unerwünschten Verhaltens zur langfristigen Reduktion.
- Programmierte Instruktion — Schrittweise, algorithmische Vermittlung von Wissen mit unmittelbarem Feedback.
- Intermittierende Verstärkung — Unregelmäßige Belohnung zur Stabilisierung von Verhalten.
To-Do / Nächste Schritte
- Verschiedene Lernvorstellungen und deren Auswirkungen auf Lernmedien erläutern können.
- Ăśberlegen, welche Inhalte sich besonders fĂĽr behavioristische Programme eignen.
- Vorbereitung auf nächste Sitzung: Reflexion über Vor- und Nachteile behavioristischer Ansätze.