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Die 1. germanische Lautverschiebung

Apr 24, 2025

Die 1. oder germanische Lautverschiebung (LV)

Einleitung

  • Die erste germanische Lautverschiebung, auch bekannt als Grimm's Law, wurde erstmals von Jacob Grimm beschrieben.
  • Diese Verschiebung betrifft die regelmĂ€ĂŸige Umwandlung der indoeuropĂ€ischen Verschlusslaute.

Betroffene Phoneme

  • Stimmlosen Plosive:
    • p, t, k -> stimmlosen Frikativen f, Ξ, x
    • x verĂ€ndert sich im Anlaut zu h
  • Stimmhaften Plosive:
    • b, d, g -> stimmlos p, t, k
  • Behauchte, stimmhaften Plosive:
    • bh, dh, gh verlieren Behauchung und werden zu stimmhaften Frikativen
    • Im Germanischen als stimmhafte Plosive b, d, g realisiert

Ursachen und Datierung

  • Ursachen der 1. Lautverschiebung sind unklar.
  • Die Datierung ist umstritten, endet aber wahrscheinlich vor dem Kontakt der Germanen mit den Römern (ca. 500-300 v. Chr.).
  • Keine lateinischen Lehnwörter im Germanischen zeigen diese VerĂ€nderungen.

Unterschiede in Sprachfamilien

  • Lateinisch, Griechisch und Altindisch zeigen keine 1. LV.
  • Germanische Tochtersprachen wie Englisch, Deutsch, Schwedisch und Gotisch zeigen diese Verschiebung.

Beispiele

  1. ie. p, t, k -> germ. f, Ξ, x (> h):

    • lat. "pater" -> engl. "father"
    • lat. "tres" -> engl. "three"
    • lat. "centum" -> dt. "hundert"
  2. ie. b, d, g -> germ. p, t, k:

    • lat. "labium" -> schwed. "lĂ€pp"
    • gr. "kardia" -> engl. "heart"
    • lat. "genu" -> dt. "Knie"
  3. ie. bh, dh, gh -> b, d, g -> germ. b, d, g:

    • aind. "bhrtar" -> engl. "brother"
    • aind. "dhuhitar" -> engl. "daughter"
    • aind. "stighnoti" -> got. "steigan"

WeiterfĂŒhrende Themen

  • Verners Gesetz
  • Die 2. oder althochdeutsche Lautverschiebung (LV)