Gibt es überhaupt ein Patentrezept für die perfekte Photovoltaikanlagengröße? Welchen Einfluss haben Größe der PV-Anlage und des PV-Speichers auf die Wirtschaftlichkeit und vor allen Dingen auf die Unabhängigkeit von Energieversorgern? Und was ist nochmal der Unterschied zwischen dem Eigenverbrauchsanteil und dem Autarkiegrad?
Also, wenn euch das interessiert, dann schaut euch unbedingt dieses Video an. Es lohnt sich. Herzlich willkommen auf meinem Kanal Endlich Energiewende.
Ich bin Michael Zimmermann und in diesem Video möchte ich helfen, die perfekte Größe für Photovoltaikanlagen zu finden. Die Wahl der richtigen Größe ist maßgeblich für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Anlage. Egal ob man als Privatperson selbst vor der Entscheidung steht oder als Unternehmen für Kunden eine Photovoltaikanlage plant, dieses Video liefert wertvolle Tipps und Informationen.
Lasst uns jetzt einfach gemeinsam die Welt der Photovoltaikanlagen erkunden und herausfinden, wie ihr die bestmögliche Größe für eure Anforderungen finden könntet. Apropos Größe, auch wenn Größe nicht alles ist, müssen wir in diesem Video ein paar Größenordnungen festlegen. Also zum einen geht es um PV-Anlagen für Ein-und oder Mehrfamilienhäuser.
Und wir konzentrieren uns hier in diesem Video auf die Standardmodule. Das sind unter anderem die Monokristallin-Module, die haben aktuell den besten Wirkungsgrad. Die Modulgrößen variieren bei gleichem Wirkungsgrad dabei von Hersteller zu Hersteller, meistens aber nur im Zentimeterbereich. Übrigens, die Module heute sind gegenüber früher grundsätzlich nicht nur etwas größer, aber auch viel leistungsstärker geworden.
Noch vor ein paar Jahren waren die Module so um die Größenordnungen 80 cm breit und 1,60 m lang und hatten dabei Leistungen so um die 150 bis sehr oft knapp 200 Watt Peak. Der Wirkungsgrad lag bei diesen Modulen in Größenordnungen zwischen 13 und 15 Die Heute hat ein monokristallines Standardmodul eine Größe von ca. 1,10 m auf 1,75 m und liefert dabei durchaus Leistungen von bis zu 400 Watt Peak. Natürlich gibt es auch schwächere, aber es gibt auch noch deutlich stärkere Module in dieser Größenordnung. Und der Wirkungsgrad bei diesem Modul liegt dann so ca.
bei 20%. 20% 20% Wirkungsgrad? Von was überhaupt? Das ist mit Sicherheit eine interessante Frage. In Deutschland liegt die solare Sonneneinstrahlung im Durchschnitt bei ca.
1000 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das hängt natürlich vom Standort ab. Im Süden ist es etwas mehr, im Norden ist es etwas weniger.
Ein PV-Modul mit einem Wirkungsgrad von 20% kann ein Quadratmeter Sonnenlicht in etwa 200 kWh haushaltsfähigen Solarstrom umwandeln. Das bedeutet im Klartext, wenn wir mit einer PV-Anlage mit einem Quadratmeter Fläche ca. 200 kWh Strom im Jahr erzeugen können, dann brauchen wir für 1000 kWh ca.
5 Quadratmeter Dachfläche, für 4000 kWh ca. 20 Quadratmeter Dachfläche und für 10.000 kWh ca. 50 Quadratmeter Dachfläche.
Voraussetzung ist jedoch, die Modulfläche ist einigermaßen nach Süden und mit einer Neigung zwischen 20 und 40 Grad ausgerichtet und relativ verschattungsfrei. Ansonsten wird der Ertrag vermutlich etwas niedriger sein. Wie sich die Ausrichtung und die Neigung auf den Ertrag auswirkt, das besprechen wir nochmal in einem separaten Video, das würde hier diesen Rahmen komplett sprengen. Vielleicht noch einmal eine Randinformation an dieser Stelle. Kilowatt Peak ist nicht zu verwechseln mit Kilowattstunden.
Durch die Angabe von Kilowatt Peak bekommen wir die Information über die Spitzenleistung einer Photovoltaikanlage. Ermittelt wird diese Leistung unter den sogenannten Standard-Testbedingungen. Mit einem Kilowattpeak kann man ca.
1000 kWh Solarstrom im Jahr erzeugen. Wie gesagt, das hängt natürlich auch von der Neigung des Moduls und der Ausrichtung und der Verschattungsfreiheit ab. In diesem Fall wären das ca. 2,5 Module mit 400 Watt Peak, genau also 1000 Watt Peak, also 1 Kilowatt Peak. Mit 2,5 Modulen würden wir nach dieser Betrachtungsweise ca.
1000 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Die Module sind knapp 2 Quadratmeter groß, sodass wir bei dieser Berechnung wieder auf unsere 5 Quadratmeter pro Kilowatt Peak bekommen. Das liegt übrigens daran, dass man ab einer Modulgröße von über 2 Quadratmeter eine bauaufsichtliche Zulassung benötigt.
Deshalb sind die Module auch alle unter 2 Quadratmeter groß. Die Module haben sich weiterentwickelt und sind im Vergleich zu früher nicht nur besser, sie sind auch viel günstiger geworden. Ich kann mich sehr gut daran erinnern, in der Hochsubventionszeit der PV-Anlagen Anfang der 2000er Jahre, hat eine PV-Anlage in Größenordnungen von 4.500 bis 5.000 Euro pro Kilowattpeak gekostet.
Heute liegen die Preise bei einem Drittel in etwa. Jetzt wird der ein oder andere sagen, doch mit Recht, ja früher lag dafür die Einspeisevergütung bei über 50 Cent pro Kilowattstunde. Heute gibt es nur noch 8,6 Cent, bereinigt sogar nur noch 8,2 Cent, wenn wir die Marktprämie abziehen. Da passt das Verhältnis gar nicht mehr zueinander, es ist ja nur noch ein Sechstel. Und deshalb lohnt sich das heute gar nicht mehr, auch diese Stimmen gibt es.
Das ist alles richtig, bis auf, es lohnt sich nicht mehr. Das stimmt definitiv nicht. Früher lag bei den PV-Anlagen ein ganz anderes Geschäftsmodell zugrunde.
Und das Geschäftsmodell hieß Volleinspeisung. Das gibt es zwar heute auch noch, wird aber bei Wohnhäusern eher selten, wenn überhaupt, nur noch in Kombination durchgeführt. Das war aber der Standard damals, denn es gab kein anderes Geschäftsmodell.
Anlagenbetreiber haben ihr Dach vollgepackt und es wurde alles komplett eingespeist. Der Stromeinkaufspreis war im Gegensatz zu heute auch etwas niedriger und deshalb hat es überhaupt keinen Sinn gemacht, den Solarstrom selbst zu nutzen. Und aus dem Grund war die Frage der Größe einer PV-Anlage sehr einfach beantwortet. Die Reklamentierung der PV-Anlagengröße war durch die Größe des Daches oder das zur Verfügung stehende Budget reklamentiert oder beides. Heute gibt es das Geschäftsmodell der Überschusseinspeisung.
Und die PV-Anlage ist im Gegensatz zu früher ein Teil der Anlagentechnik des Gebäudes und Betreiber haben das erklärte Ziel, möglichst viel vom erzeugten Strom selbst zu nutzen. Und nur der Überschuss, also der zum Zeitpunkt der Erzeugung nicht verbrauchte Strom, der wird eingespeist und damit der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Und deshalb stellt sich die Frage der Anlagengröße unter anderen Gesichtspunkten. Es geht einfach nicht mehr darum, wie viel Strom man verkaufen kann, sondern es geht einzig und allein darum, wie wenig man einkaufen muss bei den heutigen Strompreisen.
Und da kommt tatsächlich auch der aktuelle Stromverbrauch mit ins Spiel. Bis vor kurzem hat sich die ganze Betrachtung und Berechnungsweise nur um den normalen Haushaltsstrom, also um den Komfortstrom gedreht. Der liegt im Durchschnitt bei unseren Haushalten bei einer vierköpfigen Familie bei so roundabout 4000 Kilowattstunden pro Jahr. Aber die Elektrifizierung ist ein Teil der Energiewende und deshalb auch ein wichtiges Thema bei unseren Gebäuden.
Und deshalb muss man bereits früh die Heizung und die Mobilität mitdenken. Und die beiden Sektoren, da heißt die Zukunft auch Strom. Die Heizung der Zukunft ist die Wärmepumpe, das Auto der Zukunft ist das batteriebetriebene Elektroauto. Und das muss man bei der aktuellen Planung unbedingt berücksichtigen. Und deshalb kann der aktuelle Strombedarf pro Jahr in Höhen und Größenordnungen von momentan 4000 kWh mal ruckzuck auf 10.000 kWh und mehr anwachsen.
Übrigens, der Stromverbrauch ist in den Haushalten in den letzten Jahrzehnten nahezu gleich geblieben und das trotz viel effizienterer Geräte. Denn mit gleichem Maß der Effizienzsteigerung ist auch die Anzahl der Geräte und natürlich auch deren Nutzung gestiegen. Der Strombedarf für die neue Heizung der Zukunft, der Wärmepumpe hängt natürlich von der Wohnfläche und ganz wichtig auch von der energetischen Performance ab. Wenn wir mal ein Gebäude mit einer Wohnfläche von ca. 125 m² nehmen und unterstellen einfach mal einen Wärmepumpenstrombedarf von in etwa etwas über 30 kWh pro m², dann können wir hier auch nochmal 4000 kWh pro Jahr zusätzlich ansetzen.
Mit einem Blick auf die Elektromobilität gehen wir unserem Beispiel mal von einem Energieverbrauch eines Elektroautos von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus. Das ist der Durchschnitt bei einem E-Auto in der Mittelklasse. Und wenn wir hier eine Fahrleistung von 10.000 Kilometer im Jahr ansetzen, können wir in unserem Beispiel nochmal 2.000 Kilowattstunden pro Jahr draufrechnen.
Ja, ihr seht. Schon wird aus den 4000 Kilowattstunden 10.000 Kilowattstunden Strombedarf pro Jahr. Und da eine PV-Anlage im Normalfall nicht so einfach erweiterbar ist, muss man den zukünftigen Stromverbrauch von den beiden Sektoren Heizung und Mobilität also direkt in der Planung berücksichtigen.
Im Rahmen meiner Energieberatung werde ich sehr oft auf das Thema Energieunabhängigkeit mit 100%iger Eigenstromnutzung angesprochen. Das ist der Traum vieler Eigenheimbesitzer und ehrlich gesagt, das ist auch mein Traum. Auch wenn ich mich jetzt vielleicht unbeliebt mache an der einen oder anderen Stelle, aber das geht leider so einfach nicht. Zumindest nicht mit einem vernünftig darstellbaren wirtschaftlichen Aufwand.
Aber wenn wir rein rechnerisch den kompletten Energiebedarf über eine PV-Anlage abdecken könnten, zum Beispiel bei 4000 kWh Strombedarf ist das eine 4 kW Peak-Anlage, bei 10.000 kW Strombedarf eine 10 kW Peak-Anlage, wird auch Strom gebraucht, wenn die Sonne nicht scheint. Wer hätte das gedacht? Auf der anderen Seite liefert die PV-Anlage an sehr sonnigen Tagen im Sommer mehr Energie, als wir überhaupt abnehmen können.
Also wir haben ständig eine Über-und Unterdeckung und somit kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Stromangebot über unsere PV-Anlage. Jeder Haushalt hat eine gewisse Stromgrundlast. Das ist die Menge an Strom, die auch benötigt wird, wenn keine größeren Zertifizierer betrieben werden.
Und das geht rund um die Uhr, also auch nachts, frühmorgens oder später am Abend, also wenn keine Sonne scheint. Und zu dieser Grundlast kommen dann die ganz normalen Stromverbräuche hinzu und übrigens auch dann, wer hätte es gedacht, wenn die Sonne nicht scheint. Es gibt also eine überschaubar große Deckungsgleichheit zwischen Stromproduktion und direkten Stromverbrauch.
Nicht jeder ist tagsüber zu Hause, sodass hauptsächlich an sehr sonnigen Tagen die Stromproduktion weit über dem Stromverbrauch liegt. Im Winter ist es genau umgekehrt. Nichtsdestotrotz sollte man sein Energiemanagement etwas an die Stromproduktion anpassen, indem man Waschmaschinen, Trockner oder sonstige Stromverbräuche bei Sonnenschein laufen lässt.
Den Haushaltsstromverbrauch von einem Jahr kann man ziemlich genau auf einem Tag herunterbrechen. Bleiben wir mal in unserer Betrachtungsweise bei unserem Beispiel mit 4000 Kilowattstunden pro Jahr. Wenn man die 4000 Kilowattstunden durch die 365 Tage teilt, dann kommt man auf einen durchschnittlichen Tagesverbrauch von in etwa 11 Kilowattstunden.
Der erzeugte Strom pro Tag ist aber im Gegensatz zu dem Verbrauch nicht im Ansatz gleichmäßig. Im Januar erzeugt eine PV-Anlage mit unter 2,5% ihres Jahresstromertrages relativ wenig, währenddessen im Juni die Anlage mit knapp 15% ihre größte Leistungsbereitschaft zeigt. Bei einer 4 Kilowatt-Piekeranlage und einem Jahresertrag von 4000 Kilowattstunden ergibt das für den gesamten Januar nicht einmal 100 Kilowattstunden Solarstrom. Das heißt etwas mehr als 3 Kilowattstunden am Tag und im Juni sind es fast 20 Kilowattstunden am Tag und im Sommer erscheint die Sonne auch nachts nicht.
Das heißt, wir haben das gleiche Problem. Wir sind dadurch nicht stromunabhängig von Energieversorgung. Und das widerspricht aber unserem Geschäftsmodell. Und jetzt kommt der Punkt, wo wir uns über unsere Unabhängigkeit oder besser gesagt unsere Abhängigkeit mal ein paar Gedanken machen müssen. Wir müssen mal rechnen.
Wobei rechnen ist an dieser Stelle übertrieben. Wir schätzen es einfach mal ab oder noch besser, wir lassen es abschätzen. Und wir gehen hierfür am besten mal auf die Webseite von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Also, die HTW Berlin hat ein sehr schönes Tool, das seinem Namen alle Ehre macht. Und zwar nennt es sich Unabhängigkeitsrechner für PV-Anlagen.
Ich verlinke die Seite hier in der Beschreibung. Das ist wirklich ein sehr cooles und auch sehr einfaches Tool. Es macht total viel Spaß damit rum, experimentieren.
Versucht es einfach mal. Wirklich, ich kann das nur empfehlen. Auf der ersten Seite begegnet uns eine neue Begrifflichkeit, die da heißt Energieverbrauchsanteil. Der Energieverbrauchsanteil beschreibt das Verhältnis vom selbstverbrauchten Strom zum erzeugten Strom. Je höher die Prozentzahl, desto weniger Strom wird ins Netz eingespeist.
Bei einem Jahresstromverbrauch von 4000 kWh und einer Anlagengröße von 4 kW Peak beträgt der Eigenverbrauchsanteil 30%. Das heißt nichts anderes, 70% des erzeugten Stroms werden ins Netz eingespeist. Bei einem Jahresstromverbrauch von 5000 kWh und einer Anlagengröße von 5 kW Peak beträgt der Eigenverbrauchsanteil auch 30%. Bei einer Anlagengröße von 6 kW Peak und einem Stromverbrauch von 6000 kWh bleibt es auch bei den 30% Eigenverbrauchsanteil.
Auch bei kleinen Anlagen wiederholt sich das, solange Stromverbrauch und Anlagengröße miteinander korrelieren. Das gilt auch für größere Anlagen, wie hier bei 10.000 kWh Stromverbrauch und einer Anlagengröße von 10 kW Peak. Auch da verändert sich nichts.
Der Eigenverbrauchsanteil bleibt ganz stur bei 30%. Aber Achtung, das Tool rechnet mit etwas über 1000 kWh pro kW Peak. Wenn der spezifische Anlagenertrag niedriger oder höher ist, zum Beispiel nur 900 kW Peak, muss man das berücksichtigen und die PV-Anlage im jeweiligen Verhältnis etwas größer angeben.
Dann passt das wieder. Der Eigenverbrauchsanteil liefert uns aber nur bedingt die Informationen, die wir tatsächlich brauchen. Wir wollen ja weitestgehend autark und damit möglichst unabhängig von irgendwelchen Energieversorgern sein.
Und dafür brauchen wir den Autarkiegrad. Der Autarkiegrad beschreibt das Verhältnis vom selbstgenutzten Strom zum Gesamtstromverbrauch. Und das ist die Unabhängigkeitsgröße, um die es uns auch tatsächlich geht.
Nach unserem vorherigen Beispiel mit einem Jahr Stromverbrauch von 10.000 kWh und einer PV-Leistung von 10 kW Peak entspricht der Autarkiegrad dem Eigenverbrauchsanteil. Und das bleibt auch so. Solange Stromverbrauch und Photovoltaikleistung korrelieren, bleibt das bei jeder Anlagengröße.
Das heißt, Eigenverbrauchsanteil gleich Autarkiegrad. Aber was passiert, wenn der Stromverbrauch mit 10.000 kWh bleibt und die PV-Leistung auf 5 kW Peak reduziert wird? Die Autarkie sinkt auf 24% und der Eigenverbrauch steigt auf 46%, genau das, was wir nicht möchten. Wie sieht es aus, wenn wir das umkehren, wenn die PV-Anlage auf einmal doppelt so groß ist wie der Jahresstromverbrauch? Ihr habt es schon geahnt, die Autarkie steigt und zwar auf 36%.
Der Eigenverbrauch sinkt auf 17%. Besser ist das. Jetzt wollen wir es aber wissen. Wir setzen wieder alle Parameter auf eine gleiche Ebene. Ja, Stromverbrauch 5000 kWh, PV-Leistung 5 kWp und wir setzen einen Batteriespeicher mit 5 kWh ein.
Damit können wir einen großen Teil der Grundlast und einen gewissen Anteil des normalen Stromverbrauchs außerhalb der Leistungsbereitschaft unserer PV-Anlage decken. Und was passiert? Die Autarkie steigt auf 56% und der Eigenverbrauchsanteil genauso auf 59%. Wie sieht es aus, wenn wir den Stromverbrauch auf 10.000 kWh, die Anlage auf 10 kW Peak und den Speicher auch auf 10 kWh hochsetzen?
Ihr ahnt es schon, es bleibt gleich. Auch hier beträgt der Autarkiegrad 56% und der Eigenverbrauchsanteil 59%. Und das bleibt immer so, egal in welcher Anlagenkonstellation, solange die drei Werte miteinander korrelieren, bleibt das so. Ja, ich weiß, das ist sehr langweilig und deshalb verändern wir wieder die Parameter und zwar mit einem Jahresstromverbrauch von 5000 kWh und einer doppelten PV-Leistung mit 10 kW Peak und setzen den Speicher auf 10 kW Peak. Ihr ahnt es, die Autarkie steigt und zwar auf 76% der Eigenverbrauchsanteil auf 41%.
Wir merken, Speicher trägt sowohl zur Autarkie als auch zum Eigenverbrauch bei. Und wenn wir jetzt bei gleichem Stromverbrauch und gleicher Anlagenkonstellation den Speicher auf 5 kWh reduzieren, sinken auch Autarkie und zwar auf 63% und der Eigenverbrauchsanteil auf 33%. Und wie sieht es aus, wenn wir den Speicher auf 15 Kilowattstunden erhöhen?
Auch das habt ihr schon geahnt, beides steigt und zwar Autarkie auf 80 Prozent und Eigenverbrauchsanteil auf 43 Prozent. Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Wir haben gesehen, ohne einen PV-Speicher können wir Unabhängigkeit vom Stromnetz in Größenordnung von ca. 30% erreichen.
Viel mehr geht nicht. Meist ist es sogar etwas darunter. Mit einem Speicher ist eine Autarkie bis zu 80% möglich, aber maximal. Je nach Anlagengröße geht es vielleicht einen Ticken mehr, aber dann bleibt die Wirtschaftlichkeit total auf der Strecke.
Das schauen wir uns aber mal mit einem Speicher in einem separaten Video nochmal genauer an. Wie gesagt, das würde hier den Rahmen an dieser Stelle komplett sprengen. Wir haben also gesehen, wenn Stromverbrauch und Stromertrag in etwa gleich sind, beträgt die Unabhängigkeit, also Autarkiegrad, in etwa 30%. Wir haben aber auch gesehen, dass unser Energiehunger ziemlich gleich über das Jahr hinweg verteilt ist.
Lassen wir mal die Heizung komplett außen vor, natürlich, die spielt in einer anderen Liga mit. Die Leistungsbereitschaft der PV-Anlage ist jedoch sehr stark abhängig von der Jahreszeit. Auch das ist kein Geheimnis. Und deshalb sollte der Gesamtanlagenertrag in jedem Fall größer als der Jahresstromverbrauch sein.
Ich rate zu einem Faktor von 1,3. Bei kleineren Anlagen kann das auch durchaus mal 1,5 sein. Ja, wie heißt es so schön? Haben ist besser als brauchen.
Und wie macht man das? Das ist relativ einfach. Man nimmt den jährlichen Stromverbrauch mal 1,5 und teilt das durch 1000 und dann durch die zur Verfügung stehenden Module und dann runden wir auf oder ab.
Und wenn der spezifische Stromertrag niedriger ist, dann teilt man das durch diesen. Beispiel, wir haben einen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden, das multiplizieren wir mit 1,5, teilen das durch 1000, das ergibt eine Anlagengröße von 6 Kilowatt Peak. Wenn der spezifische Anlagenertrag zum Beispiel nur 900 Kilowattstunden pro Kilowatt Peak beträgt, dann kämen da 6,6 Kilowatt Peak Anlagengröße raus.
Wir bleiben aber bei den 6 Kilowatt Peak, teilen diese durch die 400 Watt. Peak-Module, das sind dann 15 Module. Und damit erreicht man eine Autarkie von 34% und einen Eigenverbrauchsanteil von 22%. Ihr habt es schon geahnt, auch dieser Wert bleibt gleich bei dem gleichen Verhältnis zwischen Jahresstromverbrauch und PV-Anlagenleistung. Auch relativ langweilig.
Aber wie sieht denn die Wirtschaftlichkeit bei diesen Parametern aus? Und das schauen wir uns jetzt einmal in aller Ruhe und Gemütlichkeit an. Holt euch mal am besten einen Kaffee.
Aktuell beträgt der Strompreis durchschnittlich 35 Cent pro Kilowattstunde. Die Einspeisevergütung liegt gerade mal bei 8,2 Cent pro Kilowattstunde. Allein diese beiden Zahlen machen deutlich, wie uninteressant die Stromeinspeisung im Vergleich zum Eigenverbrauch ist. Die Kosten für PV-Anlagen werden je nach Größe unterschiedlich gehandelt. Und erstellen wir einfach mal einen Kilowatt-Peak-Preis von 1500 Euro bei einer Anlagengröße von 6 Kilowatt-Peak.
Damit würde die Anlage ohne größere Eingriffe in die Elektroinstallation oder sonstige Umfeldmaßnahmen ca. 9000 Euro kosten. Die Energiekosten ohne die APV-Anlage belauben sich bei diesem Beispiel mit 4000 kWh mal 35 Cent, also bei 1400 Euro pro Jahr. Durch die PV-Anlage können wir 34% des Strombedarfs decken. Das sind 1360 kWh mal 35 Cent, also 476 Euro im Jahr.
Die Anlage produziert aber 6000 kWh Strom, somit sind noch 4640 kWh übrig, die wir mit 8,2 Cent pro kWh verkaufen und das ergibt einen Ertrag in Höhe von 380 Euro. Zusammen mit den Einsparungen von 476 Euro ergibt das insgesamt 856 Euro, die wir von den 1400 Euro Energiekosten abziehen dürfen und somit Wir betragen die neuen jährlichen Energiekosten nicht mit 1400, sondern nur noch 543 Euro. Wenn wir die 9000 Euro Anlagenkosten durch die 865 Euro Einsparung teilen, dann kommen wir auf eine Amortisationszeit von roundabout 10,5 Jahre.
So, jetzt machen wir die gleiche Berechnung nochmal für einen Jahresstromverbrauch von 10.000 kWh. Hier können wir den Faktor etwas niedriger ansetzen, sagen wir mal 1,3. Somit wird die PV-Anlage 13 kW peak groß. Aber Achtung, wir brauchen dafür mindestens eine zur Verfügung stehende Netto-Dachfläche von 71 m².
In dieser Größenordnung wird man einen etwas günstigeren Anlagenpreis generieren können. Wir gehen einfach mal von 1300 Euro pro Kilowatt-Peak aus. Das heißt, die Anlage kostet dann nach dieser Berechnung 16.900 Euro. Bei 10.000 Kilowattstunden Stromverbrauch betragen die Stromkosten 3.500 Euro im Jahr.
Von den 3.500 Euro können wir über die PV-Anlage 34 Prozent, wir haben es gesehen, also in Summe... 1.190 Euro einsparen. Das sind dann insgesamt 3.400 Kilowattstunden Strom, die wir nicht einkaufen müssen.
Die Anlage produziert aber insgesamt 13.000 kWh Strom im Jahr. Abzüglich der 3.400 kWh Eigennutzung verbleiben dann noch 9.600 kWh und die können wir verkaufen. Deshalb multiplizieren wir die 9.600 mit 8,2 Cent pro kWh und das ergibt dann 782 Euro Einspeisevergütung im Jahr.
Somit erwirtschaftet die PV-Anlage insgesamt 1.190 plus 782, also 1.873 Euro im Jahr. Jetzt teilen wir den Anlagenpreis in Höhe von 16.900 durch die 1.873 Euro Einsparung und das ergibt eine Amortisationszeit von ca. 9 Jahren. Die Zahlen hinter dem Kommen habe ich dabei weggelassen und der Einfachheit halber habe ich auch keine Zinsen, aber auch keine Preissteigerung der Stromkosten dazu gerechnet. Beide sind aber keine unwichtigen Parameter.
Wenn zum Beispiel der Strompreis steigt, dann steigt auch automatisch die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage. Wow, das waren jetzt jede Menge Zahlen und deshalb machen wir auch für heute Schluss. Ich wollte wie gesagt erst den Speicher mit dazu nehmen, aber das sprengt hier komplett den Rahmen und deshalb machen wir ein neues Video, aber dafür wieder genauso ausführlich versprochen.
Hier noch ein paar Anmerkungen. Die einzige unumstößliche Konstante in dieser Aufführung, das ist die Einspeisevergütung und diese beträgt nominell 8,6 Cent pro Kilowattstunde abzüglich der 0,4 Cent gleitenden Marktprämie. Und deshalb habe ich auch in den Berechnungen 8,2 Cent angenommen.
Das ist auch das, was tatsächlich auch vergütet wird. Die 35 Cent Stromkosten pro Kilowattstunde, die sind ein Durchschnittswert. Ich habe schon von weitaus höheren Preisen, aber auch schon von ein paar niedrigeren Preisen gehört. Die angesetzten Anlagepreise pro Kilowatt Peak, das sind Durchschnittswerte, also bitte, bitte, die sind nicht in Stein gemeißelt und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Ich möchte hier weder falsche Begehrlichkeiten bei Interessenten wecken, noch möchte ich Anbieter wegen vermeintlich zu niedrigen oder vielleicht auch zu hohen Preisen verärgern.
Der Preis einer PV-Anlage ist natürlich von vielen Parametern abhängig, das ist unter anderem... Natürlich die Materialqualität, aber auch Synergieeffekte bei der Baustelleneinrichtung, Gerüsterstellung, Neueindeckungen, Dachsanierung usw. Ich habe übrigens bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung Nettopreise angenommen. Seit dem Jahr 2023 wird für private Anlagenbetreiber keine Mehrwertsteuer bis 30 kW Peak erhoben.
Hierfür habe ich schon mal ein Video gemacht, ich verlinke es in der Beschreibung, aber hier oben könnt ihr es euch auch direkt nochmal anschauen. So schön und so einfach dieses Tool von der HTW auch ist, es werden hier keine individuellen Stromverbrauchsprofile berücksichtigt. Deshalb auch bitte dieses Tool mit Vorsicht genießen.
Eigenheimbesitzer, die den ganzen Tag außer Haus sind, die werden vielleicht gar keine 34% Autarkie erreichen. Im Homeoffice kann man vielleicht sogar höhere Unabhängigkeitswerte generieren. Das Tool rechnet immer mit dem gleichen Wert, unabhängig von der Modulausrichtung und der Modulneigung, legt dabei einen Jahresertrag von 1024 kWh pro kWp zugrunde.
Das kann, aber das muss nicht passen. In einem neuen Video werden wir den Einfluss von Modulneigung und Ausrichtung des Daches uns anschauen. Da werde ich euch auch erklären, warum reine Süddächer für das neue Geschäftsmodell der Überschusseinspeisung gar nicht so optimal sind. Also kleiner Spoiler an dieser Stelle.
Ost-West, das ist das neue Süden. Also seid gespannt. Okay, aber ich bin glaube ich noch einer Antwort schuldig. Was ist denn die optimale Anlagengröße? Die gibt es nicht.
Mein Tipp, Dach einfach voll machen, denn die Energiewende, die findet auf dem Dach statt. Wenn euch dieses Video gefallen hat, dann freue ich mich über einen Daumen hoch und wenn ihr noch mehr hören wollt, dann abonniert diesen Kanal, drückt die Glocke. Bis zum nächsten Mal bei Endlich Energiewende, euer Michael Zimmermann.